Seit der Gründung von AFS Intercultural Programs vor über 100 Jahren ist es unser erklärtes Ziel, die Welt zu einem gerechteren und friedvolleren Ort zu machen. Bekannt sind wir dabei vor allem für unsere Austauschprogramme, in denen Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren die Möglichkeit haben, in einem fremden Land zu leben und in eine unbekannte Kultur kopfüber einzutauchen. Dabei lernen sie nicht nur eine neue Sprache, sie schliessen auch internationale Freundschaften, erleben neue Perspektiven und erlangen interkulturelle Kompetenzen.

Der Austausch ist jedoch nur der erste Schritt einer lebenslangen Reise. Viele AFSer*innen gehen dem Austauschgedanken auch nach ihrer Rückkehr in die Schweiz weiter nach: Sie bleiben als AFS Freiwillige aktiv, unterstützen die neue Generation an Austauschschüler*innen bei ihrem Aufenthalt, organisieren Anlässe und Ausflüge, leiten Lager und wirken bei diversen Projekten mit. Gleichzeitig werden sie von AFS in verschiedensten Kursen in Bezug auf soziales Engagement, globale Herausforderungen und Freiwilligenarbeit geschult. Aus den Jugendlichen werden so weltoffene, engagierte junge Menschen, die bereit und befähigt sind, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

Als Non-Profit-Organisation investieren wir einen Grossteil des Erwerbs aus den Austauschprogrammen für die Weiterbildung unserer Freiwilligen, um sie auch nach dem Austausch weiter auf ihrem Weg zu unterstützen. Leider hat die Coronakrise AFS als global agierenden Jugendaustauschorganisation stark getroffen. Grenzschliessungen und beschränkte Mobilität erschweren unsere Arbeit und lassen die Teilnehmerzahlen sinken. Rückholungen, Umbuchungen und Stornierungen haben unsere Kosten explodieren lassen. Da bleibt wenig Geld übrig für unsere Freiwilligen und deren Ausbildung. Gleichzeitig sorgt die Coronakrise auch da für höhere Kosten. Deshalb wenden wir uns an euch.

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Ermögliche uns, unser Netzwerk von über 800 AFS Freiwilligen weiterhin zu erhalten und zu fördern. Nur so können wir unsere Vision einer solidarischen und friedlichen Welt auch künftig erfolgreich verbreiten.

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Rückblick: Die Coronakrise bei AFS

Als global agierende Jugendorganisation wurde AFS von der Coronakrise besonders stark getroffen.
Die rasche weltweite Verbreitung des Virus hat bei uns zu einer einschneidenden Entscheidung geführt: Am 14. März 2020 fasste AFS International den Entschluss, alle laufenden Austauschprogramme abzubrechen. Daraufhin wurde die grösste Rückholaktion unserer Geschichte durchgeführt, um alle Teilnehmenden zu ihren Familien zurückzubringen.

Durch den Programmabbruch und die Repatriierungen sind unerwartet hohe Kosten für AFS Schweiz entstanden. Zudem werden die Austauschprogramme ab Sommer 2020 in einem reduzierten Umfang stattfinden, sodass starke Einnahmeverluste auf uns zukommen. AFS, wie wir es heute kennen, ist in seiner Existenz bedroht. In Zeiten von einerseits zunehmenden Ungleichheiten, Isolation und Grenzschliessungen und andererseits dem Potenzial für eine wachsende globale und lokale Solidarität, sind AFS sowie die Mission und Kernwerte wichtiger denn je. Deshalb setzen wir alles daran, dass wir weiterhin das friedliche Zusammenleben und Verständnis zwischen den Kulturen mittels interkulturellen Austausch fördern können. 

Damit wir unsere Arbeit auch in Zukunft in hoher Qualität fortführen und weiterentwickeln können, sind wir auch auf Ihre Unterstützung angewiesen.
Helfen Sie uns, unsere Vision einer solidarischen und friedlichen Welt weiterhin erfolgreich zu verbreiten, indem Sie …

Ihre Solidarität in dieser schwierigen Zeit bedeutet uns sehr viel. Wir bedanken uns für jegliches Zeichen der Unterstützung!

Die Corona-Pandemie hat nicht nur uns alle getroffen, sondern speziell auch AFS als international tätige Jugendorganisation. Wir wollen hier mit ein paar Kurzberichten von AFSern, die direkt von den Auswirkungen der Krise betroffen waren, einen kleinen Einblick in unsere Krisenbewältigung geben.

Der Entscheid von AFS International, alle Programme sofort abzubrechen, machte die Konsequenzen der Pandemie auch für uns schmerzlich spürbar. So sah es vorerst nach ‘Mission Impossible’ aus, und zwar im doppelten Sinn:

Unsere Mission, durch interkulturelle Erfahrungen (vor allem mittels Jugendaustausch) Menschen zu befähigen, verantwortungsvoll und engagiert zu handeln, wurde abrupt gestoppt, sodass die meisten Teilnehmenden ihr Abenteuer nach 7 Monaten abbrechen mussten, einzelne schon nach 2 Wochen! Und: Die Organisation der Repatriierungen angesichts der zunehmend schwierigen Lage liess unser Büroteam an die Grenzen der Belastbarkeit stossen.

Nun hiess es, den Abbruchentscheid so schnell wie möglich unseren Gast- und Sendingfamilien mitzuteilen. Am Sonntag machten Freiwillige 350 Telefonanrufe und erlebten unzählige emotionale Reaktionen mit Ungläubigkeit und Tränen wegen des für einige schwer nachvollziehbaren Entscheids. Infolge der rasant wechselnden Lage mit täglich zunehmenden Lockdowns und ausfallenden Flügen änderte sich auch allmählich die Stimmung bei vielen

Eltern: Nun wollten sie, dass ihre Kinder schnellstmöglich heimkamen – was immer komplizierter wurde…

Jetzt, nachdem die unmittelbare Krise (vorläufig?) überstanden ist, wissen wir, dass AFS Schweiz die schwierige Aufgabe bravourös gemeistert hat: Die ‘Mission’ wurde ‘possible’, dank des hochprofessionellen Krisenmanagements unseres Geschäftsführers Luc Estapé, des unermüdlichen Einsatzes seines Teams und des spontanen Engagements von Volunteers. Ihnen allen gehört unser Dank.

Suzanne Weigelt, Chair AFS Schweiz

So erlebten AFSer die Coronakrise

Wie wir die Coronakrise bisher gemeistert haben, möchten wir Ihnen anhand einiger Kurzberichte von AFSern zeigen.

Mir fiel das Los zu, unser Notfallhandy zu hüten. Die erste Woche war extrem hektisch, das Telefon klingelte praktisch pausenlos, auch um 4h früh, denn in Lateinamerika ist es dann Abend. Echte (medizinische) Notfälle gab es keine, aber sehr viel ’Seelsorge’: Besorgte Eltern, die ihre Kids möglichst schnell Zuhause haben wollten, verzweifelte Schüler, die nicht zurückreisen wollten; grosses Bangen, ob es noch Flüge gibt. Busse zum internationalen Flughafen fuhren nicht mehr, Fragen wegen Umsteigen allein auf fremden Flughäfen; schwierige Koordination zwischen Sendingeltern und AFS Büro im Gastland; dies unter Zeitdruck und mit unterschiedlichen Zeitzonen. Fehler im Ticketing, sodass Abreisen umgebucht werden mussten… Die meisten waren verständlicherweise extrem emotional und ich musste versuchen, trotz Übermüdung einen kühlen Kopf zu bewahren und die Leute beruhigen.

AFS Corona-Timeline

  1. 28. Februar

    Entscheid Bundesrat: „Besondere Lage“

  2. 13. März

    Entscheid Bundesrat: „Ausserordentliche Lage“ ab Montag, 16.03

  3. 14. März

    AFS INT beschliesst alle Programme abzubrechen: alle müssen heimkehren

  4. 15. März

    AFS SUI Crisis Team: Freiwillige telefonieren an diesem Sonntag mit 350 Gast- familien und Sending Eltern

  5. 16. März

    Lockdown in der Schweiz: Schulen / Geschäfte geschlossen; Grenzen generell zu; auch weltweit schliessen Grenzen sukzessive; praktisch keine Flüge mehr

  6. 16. März

    Staff im Homeoffice; Crisis Modus: alle machen nur Rückführungen, arbeiten
    14 h / 7 Tage die Woche

    ab 16.3. bis 8.4. 3 Wochen intensivste Phase mit Repatriierungen / Zoomcalls / Telefonaten

  7. 23. März

    Nach einer Woche: 112 CH AustauschschülerInnen sind zurück

  8. 31. März

    Grösste Rückholaktion: 60 AustauschschülerInnen aus USA sind daheim

  9. 8. April

    Sending: Alle CH Austausch- schülerInnen sind zurück;
    Hosting: 21 Gastkinder sind noch hier

  10. 11. Mai

    Läden, Restaurants, Märkte, Museen und Volksschulen wieder offen

  11. 30. Mai

    Hosting: 3 GastschülerInnen reisen in die Dominikanische Republik, 18 sind noch hier

  12. 8. Juni

    Universitäten / Gymnasien wieder offen

  13. 15. Juni

    Alle Schengen-Grenzen wieder offen