Ich heisse Colin, bin seit dem 1. September 2025 in Ghana und werde am 30. Juni 2026 wieder in die Schweiz zurückreisen.
Ich habe schon immer ein Interesse an Afrika verspürt. Wann genau es gestartet hat, ist schwer zu sagen. Als ich herausfand, dass man mit AFS ein Austauschjahr in Ghana machen konnte, zögerte ich nicht mehr lange. Es war genau das, was ich wollte.
Ich hatte versucht, nicht viel Vorstellungen zu haben, bevor ich Ghana mit eigenen Augen sehen würde, doch es war trotzdem anders als erwartet. Weder im Guten noch im schlechten Sinn, es entsprach einfach nicht meinen Erwartungen. Ich habe verstanden, dass man etwas erleben muss, um wirklich zu wissen, wie es ist und dazu auch bemerkt, wie verschieden jede Kultur aber auch jede Persönlichkeit ist.
Meine Gastfamilie ist super. Sie behandeln mich wie ein Teil der Familie und das ist wohl das allerbeste. Ich verstehe mich mit ihnen gut und fühle mich in meinem ghanaischen Zuhause sehr wohl. Zu meinen besten Erinnerungen gehören sicherlich die Momente in der Fantasie meiner Geschwister, wo wir alle möglichen Kreaturen waren und gegeneinander kämpften. Das waren immer wunderschöne Nachmittage, die mich zurück in die Kindheit brachten.
Die grösste Herausforderung übers ganze Jahr, war wahrscheinlich zu wissen, was ich wann machen musste. Sei es mit kleineren Gesten wie Grüsse, oder grössere Aufgaben wie Geschirr spülen. Da hat meistens jemandem fragen am meisten geholfen, aber ich traute mich nicht immer.
Dieses Schuljahr habe ich viel über Kolonialismus gelernt und vor allem über seinen Impakt der heute noch ganz klar sichtbar ist. Sonst verstand ich auch die ghanaische Vision von Arbeit und Erfolg. Wenn ich aus den vielen verschiedenen Persönlichkeiten, auf die ich getroffen bin, eine Allgemeinheit machen müsste, würde ich sagen, der typische Ghanaer ist ein positiver, offener, interessierter Scherzkeks. Ich habe dazu das Gefühl, Ghana machte mich hilfsbereiter und ich sei mental gewachsen.
Falls ihr euch ein Austauschjahr in Ghana überlegt, würde ich es euch herzlichst empfehlen. Es ist sicherlich anders, als was ihr bereits kennt, und kann auch mal schwieriger sein, doch ich verspreche euch eines: Ihr werdet es niemals bereuen!

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